Dr. rer. medic. Sarah Moritz

Dr. rer. medic. Sarah Moritz

Sarah Moritz Ethnobotanisches Institut
Sarah Moritz Ethnobotanisches Institut

Pflanzen und das Ökosystem der Erde begeistern mich, seit ich denken kann. Aufgewachsen in Bayern — in den Ferien auf dem Bauernhof der Großeltern — stand früh fest, dass die Natur mein Zuhause ist. Was ich damals nicht ahnte: dass dieser Weg mich über die Tropen bis ins Saarland führen würde, und dass aus einer Diplomarbeit einmal ein Institut mit über 1.300 Absolventinnen werden würde.

Während meines Studiums der Landschaftsplanung an der TU München-Weihenstephan legte ich meinen Schwerpunkt auf Vegetationsökologie, heimische Pflanzengesellschaften und Landnutzung in den Tropen — Themen, die mich nicht als abstrakte Wissenschaft interessierten, sondern als gelebte Wirklichkeit von Menschen auf der ganzen Welt.

Prägendes Erlebnis im Amazonasbecken

Gegen Ende meines Studiums lebte ich drei Monate in der Familie eines traditionellen Curandero — eines Schamanen — im Amazonasbecken in Kolumbien und Peru. Was ich dort erlebte, veränderte mein Weltbild grundlegend.

„Ach Sarita — wenn es einem nicht gut geht, gehst du einfach zu der passenden Pflanze. Du redest mit ihr. Du bittest. Und du wirst sehen, wie es dir weiterhilft.“

Die Menschen dort trennten nicht zwischen Medizin, Nahrung, Geist und Natur. Eine Pflanze war kein Rohstoff mit Wirkstoffen — sie war ein Wesen, mit dem man in Beziehung tritt. Dieses tiefe, selbstverständliche Vertrauen in die Kraft der Natur hat mich nie wieder losgelassen.

Auf Basis dieses Aufenthalts entstand meine Diplomarbeit — mit Dr. Wolf-Dieter Storl als Zweitgutachter. Aus diesem Kontakt erwuchs ein langer gemeinsamer Weg, der 2010 in der Gründung des Ethnobotanischen Instituts mündete.

Promotion, Heilpflanzenwissen und eigene Praxis

Nach dem Studium promovierte ich an der Universität Witten/Herdecke im Fach Medizinwissenschaften — über zeitgenössische Spagyrik und Alchemie, ein Themenfeld an der Schnittstelle von Geschichte, Medizin und Spiritualität. Seitdem habe ich mich kontinuierlich weitergebildet: in Phytotherapie, Umweltmedizin und funktioneller Medizin — mit dem Ziel, Pflanzenwissen und moderne Labordiagnostik wirklich zu verbinden.

Seit 2021 arbeite ich als Heilpraktikerin. In meiner Praxis begleite ich Menschen — vorwiegend Frauen — die merken, dass ihre Erschöpfung, ihre hormonellen Beschwerden oder ihre gesundheitlichen Fragen in der Schulmedizin nicht wirklich Gehör finden. Ich arbeite ganzheitlich, diagnostisch und mit echter Tiefe.

Parallel dazu gebe ich seit 2010 Seminare am Ethnobotanischen Institut, schreibe für den Thieme Verlag und bin als Referentin in der Storl Akademie tätig. Das persönliche Familienleben in Verbundenheit mit der Natur — der eigene Anbau von Heilpflanzen, das Leben mit den Jahreszeiten — ist dabei nicht Kulisse, sondern Kern.

Vita von Sarah Moritz

Sarah Moritz beim Herbstseminar
Sarah Moritz beim Herbstseminar

seit 2021 Heilpraktikerin (Erlaubnis durch das Gesundheitsamt Saarbrücken). Praxis für funktionelle Medizin. Körperliche Stellschrauben für psychische Gesundheit.

seit 2020 Autorentätigkeit (Heilpflanzen-Fachartikel) für den Thieme Verlag, Zeitschrift „Heilpflanzen“

seit 2019 Referentin in der Ausbildung „Naturheilkunde & Ethnobotanik“ der Storl Akademie

2016–2025 Fortbildungen in Phytotherapie, Umweltmedizin und funktioneller Medizin

seit 2017 Aufbau des Seminargartens des Ethnobotanischen Instituts mit Seminarraum am Wald, Heilpflanzen-Beeten und Gemüsegarten

seit 2010 Seminartätigkeit am Ethnobotanischen Institut: Ethnobotanik-Ausbildung, Phytotherapie-Ausbildung

2010 Gründung des Ethnobotanischen Instituts unter der Schirmherrschaft von Dr. Wolf-Dieter Storl (zusammen mit Patrick Moritz)

2010–2017 Leitung eines Gemeinschafts-Gartenprojekts (ökologischer Gartenbau, Permakultur, Naturspiritualität)

2012 Promotion zum Dr. rer. medic. an der Universität Witten/Herdecke bei Prof. Dr. Arndt Büssing. Dissertationsthema: „Alchemie und zeitgenössische Spagyrik. Eine historische, medizin- und sozialwissenschaftliche Untersuchung.“

2008–2010 Promotionsstipendium der Andrea von Braun Stiftung, München

2006–2012 Ausbildung zur Psychologischen Beraterin, schamanische und spirituelle Weiterbildungen

2005/2006 Forschungsaufenthalt im Amazonasbecken (Peru und Kolumbien). Diplomarbeit: „Der Geist der Pflanze heilt. Indigene Sichtweisen auf ‚Krankheit‘, ‚Heilung‘ und die Pflanzenwelt im peruanischen und kolumbianischen Amazonasgebiet.“ Zweitgutachter: Dr. Wolf-Dieter Storl.

2001–2007 Studium an der TU München: Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung. Schwerpunkte: Vegetationsökologie, Landschaftsmanagement, Landnutzung in den Tropen und Subtropen.

1981 Geboren in Dachau, aufgewachsen in Landshut in Niederbayern

Sarah Moritz im Feld
Sarah Moritz im Feld

Studienaufenthalte

  • Bolivien (2014)
  • Peru (2005, 2006, 2014; der Aufenthalt 2006 mit einem Stipendium des ASA-Programms, Berlin)
  • Kolumbien (2006)
  • Rumänien (2005)
  • Brasilien, Argentinien, Chile (2005)
  • Neuseeland, Praktikum im Naturschutzgebiet (2004)
  • Mongolei (2003)    

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Moritz, S.: Einjähriger Beifuß (Artemisia annua). Heilpflanze mit verstecktem Potential. Perspektiven Unbekannte Heilpflanze in der Zeitschrift Heilpflanzen 2021; 3: 62-67. Thieme Verlag.
  • Moritz, S.: Safran (Crocus sativus). Eine alte Heilpflanze bringt Farbe in die moderne Phytotherapie. Perspektiven Unbekannte Heilpflanzen in der Zeitschrift Heilpflanzen 2021; 2: 48-52. Thieme Verlag. 
  • Moritz, S.: Schisandra chinensis. Traditionelle Heilpflanze aus China mit vielfältiger Wirkung. Perspektiven Unbekannte Heilpflanze in der Zeitschrift Heilpflanzen 2021: 1; 44-48. Thieme Verlag. 
  • Leseprobe der neuen Zeitschrift „Heilpflanzen“:
    https://lp.thieme.de/emag/epaper-leseprobe-heilpflanzen/#46
    https://lp.thieme.de/abopr/heilpflanzen/
  • Moritz, S.: Steinbrecher vom Amazonas. Chanca piedra (Phyllanthus niruri): Tropisches Heilkraut gegen Nierensteine, Entzündungen, Schadstoffe und Viren. Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift 2020; 15(08): 50-55. Ethnomedizin. Thieme Verlag. DOI: 10.1055/a-1211-6689 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1211-6689
  • Moritz, Sarah (2019): Leben in ethnobotanischer Verbindung. Artikel in Tattva Viveka (Ausgabe 1.9.2019 zum Thema Ethnobotanik): https://www.tattva.de/leben-in-ethnobotanischer-verbindung/
  • Moritz, Sarah (2018): Der Geist der Pflanze heilt – Indigene Sichtweisen im Amazonasgebiet. In: Herrera Krebber, C. (Hrsg.): Ganzheitsmedizin III. Die Wissenschaft der Heilung. Institut für Ganzheitsmedizin e. V., München.
  • Moritz, Sarah (2018): Interview zum Thema „Ethnobio? Logisch! Aus dem Urwald in Tube und Tiegel.“ In der Zeitschrift „Natürlich“, Juni 2018.
  • Moritz, Sarah (2013): Spagyrik. In: Natur aktiv. Handbuch für naturheilkundliche und phytopharmazeutische Heilverfahren. Govi-Verlag, Eschborn.
  • Moritz, Sarah (2016): Alchemy and Contemporary Spagyric Medicine: A Historical, Medical and Socio-Scientific Approach. In: Interdisciplinary Science Reviews, 2016, Vol. 41:1, 13-27.
  • Moritz, Sarah (2012): Alchemie und zeitgenössische Spagyrik. Eine historische, medizin- und sozialwissenschaftliche Untersuchung. Witten, Herdecke, Univ., Dissertation.
  • Moritz, Sarah (2012): Alchemie und zeitgenössische Spagyrik. Ein Erfahrungsbericht. In: Briefe zur Interdisziplinarität. Andrea von Braun Stiftung, München.
  • Pfeiffer, Sarah (2007): Der Geist der Pflanze heilt. Indigene Sichtweisen auf ‚Krankheit’, ‘Heilung’ und die Pflanzenwelt im peruanischen und kolumbianischen Amazonasgebiet. Diplomarbeit, TU München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan.