Ethnobotanisches Institut

Alchemie & Spagyrik

2017 bieten wir folgendes Seminar zum Thema Alchemie & Spagyrik an:

Alchemie & Spagyrik – alchemistische Heilkunde & Pflanzenmedizin: 17.-20.8.2017 (Donnerstag, 15 Uhr bis Sonntag, 17 Uhr; 370 Euro)

Das Seminar ist eine Einführung in die Welt der Alchemie und der zeitgenössischen Spagyrik. Es geht darum, Anwendern und Interessierten das Konzept der Spagyrik näherzubringen. Tatsächlich existieren sehr viele Unterschiede zwischen den verschiedenen zeitgenössischen Herstellern bzgl. Philosophie und Herstellungsweisen. Umso wichtiger ist es, anhand von Fachwissen selbst entscheiden zu können, welche Philosophie und Herstellungsform einem selbst liegen. Der Prozess der alchemistischen Herstellung wird anschaulich erläutert.

Referenten: Patrick Moritz & Dr. rer. medic. Sarah Moritz (sie verfasste ihre Doktorarbeit über zeitgenössische Spagyrik)

 

Was ist Spagyrik?

Die Spagyrik ist ein altes, ganzheitliches Verfahren der alchemistischen Heilmittelherstellung. Paracelsus (1493-1541) prägte den Begriff ‚ars spagyrica‘ (spagyrische Kunst) und proklamierte eine ausgefeilte heilkundliche Disziplin, die wir heute als ganzheitlich bezeichnen.

Der Mensch wird ebenso wie die Pflanze als Teil eines riesigen kosmischen Netzwerkes gesehen und ist Träger von Körper, Seele und Geist. Dem entsprechend ist auch die Herstellung der Pflanzenmedizin gestaltet. Die Gewinnung der spagyrischen Essenz, die aus den Körper-, Seelen- und Geistprinzipien der jeweiligen Pflanze besteht, erfolgt in Form verschiedener Prozesse: Vergärung, Destillation, Veraschung, Chymische Hochzeit.

Stofflich gesehen handelt es sich um ein Mittel, das pflanzeneigenen Alkohol, charakteristische Inhaltsstoffe und ätherische Öle sowie pflanzeneigene Mineralstoffe & Spurenelemente enthält. Alchemistisch gesehen handelt es sich um ein Arkanum, um ein Mittel, das mehr ist als die Summe seiner Teile.

Alexander von Bernus, einer der größten Alchemisten des letzten Jahrhunderts schreibt: Diese Heilmittel wirken über den unsichtbaren „Fluidalkörper“ oder „Ätherleib“ des Menschen und sind damit in der Lage, „ohne den Organismus mit Giftstoffen zu beladen und ihn nachträglich zu schädigen, die Heilkräfte selbst derart aufzurufen, daß er sich (…) reorganisiert.“ (von Bernus, Alchymie und Heilkunst, Stuttgart, 1936)

Heute gibt es etwa 10-15 Arzneimittelfirmen im deutschsprachigen Raum, die Spagyrika herstellen. Sie tun dies in unterschiedlicher Berücksichtigung der alchemistischen Hintergründe. Wir widmen uns in den Seminaren dieses Ausbildungszyklus, in denen es um Spagyrik geht, vorwiegend der Spagyrik nach Alexander von Bernus, nach Carl Friedrich Zimpel und der Pflanzen-Alchemie nach Manfred Junius – immer vor dem Hintergrund der alchemistischen Lehre und Philosophie.

Veranstaltungsort: Schwarzenbacher Hof, 66629 Freisen-Grügelborn

 

 

Der Urheber der gespiegelten Fotos ist Oliver Arnold. Er hat sie während Alchemie-Seminaren 2014 im Mandala-Garten gemacht.