Ethnobotanisches Institut

Alchemie & Spagyrik

2018 bie­ten wir fol­gen­des Semi­nar zum The­ma Alche­mie & Spa­gy­rik an:

Alche­mie & Spa­gy­rik – alche­mis­ti­sche Heil­kun­de & Pflan­zen­me­di­zin: 5.–8.7.2018 (Don­ners­tag, 15 Uhr bis Sonn­tag, 17 Uhr; 370 Euro)

Das Semi­nar ist eine Ein­füh­rung in die Welt der Alche­mie und der zeit­ge­nös­si­schen Spa­gy­rik. Es geht dar­um, Anwen­dern und Inter­es­sier­ten das Kon­zept der Spa­gy­rik näher­zu­brin­gen. Tat­säch­lich exis­tie­ren sehr vie­le Unter­schie­de zwi­schen den ver­schie­de­nen zeit­ge­nös­si­schen Her­stel­lern bzgl. Phi­lo­so­phie und Her­stel­lungs­wei­sen. Umso wich­ti­ger ist es, anhand von Fach­wis­sen selbst ent­schei­den zu kön­nen, wel­che Phi­lo­so­phie und Her­stel­lungs­form einem selbst lie­gen. Der Pro­zess der alche­mis­ti­schen Her­stel­lung wird nicht nur anschau­lich erläu­tert, son­dern selbst erlebt!! Gemäß der inne­ren und der äuße­ren Alche­mie voll­zie­hen wir die prak­ti­schen Her­stel­lungs­schrit­te anhand der spa­gy­ri­schen Ver­ar­bei­tung einer bestimm­ten Heil­pflan­ze.

Refe­ren­ten: Patrick Moritz & Dr. rer. medic. Sarah Moritz (sie ver­fass­te ihre Dok­tor­ar­beit über zeit­ge­nös­si­sche Spa­gy­rik)

 

Semi­nar­be­schrei­bung (sie­he auch Jah­res­pro­gramm 2018):

Die Alche­mie und die alche­mis­ti­sche Heil­mit­tel­her­stel­lung, die Spa­gy­rik, sind unse­re „Ste­cken­pfer­de“ (Sarah schrieb ihre Dis­ser­ta­ti­on über die­ses The­ma). In die­sen 3 ½ Tagen gehen wir auf wesent­li­che alche­mis­ti­sche Grund­prin­zi­pi­en ein, um aus die­sen schließ­lich die Her­stel­lungs­schrit­te der Spa­gy­rik abzu­lei­ten. Die Pflan­zen-Spa­gy­rik ist ein wun­der­ba­res Feld, da hier mit der Wesen­ses­senz der Pflan­zen gear­bei­tet wird, die Essen­zen jedoch auch pflan­zen­spe­zi­fi­sche, „kör­per­li­che“ Antei­le ent­hal­ten wie z. B. Mine­ra­li­en, äthe­ri­sche Öle, pflan­zen­ei­ge­ner Alko­hol. Im Her­stel­lungs­pro­zess wer­den zudem die fein­stoff­li­chen Qua­li­tä­ten der jewei­li­gen Pflan­ze für vie­le Men­schen spür­bar. Vie­le Men­schen spre­chen sehr gut auf die kon­zen­trier­ten „spa­gy­ri­schen Essen­zen“ an, die im deutsch­spra­chi­gen Raum von etwa 15 ver­schie­de­nen Her­stel­lern pro­du­ziert wer­den. Bei den Her­stel­lern gibt es aller­dings bzgl. der zu Grun­de lie­gen­den Phi­lo­so­phi­en, der Her­stel­lungs­wei­se und der Dar­rei­chungs­form gro­ße Unter­schie­de. Jeder Anwen­der braucht daher auch über die­ses The­ma genau­es Wis­sen. Das Semi­nar ist kon­zi­piert für Heil­prak­ti­ker, die mit Spa­gy­rik arbeiten/arbeiten wol­len, die die Spa­gy­rik anschau­lich erle­ben wol­len und Hin­ter­grund­wis­sen über die ein­zel­nen Her­stel­lungs­me­tho­den erfah­ren möch­ten. Außer­dem ist das Semi­nar gedacht für alle, die sich für die The­ma­tik inter­es­sie­ren.

Semi­nar von Do., 15 Uhr bis Sonn­tag, 17 Uhr in Frei­sen-Grü­gel­born mit Dr. S. & P. Moritz    Semi­nar­ge­bühr 370 Euro               

 

Was ist Spa­gy­rik?

Die Spa­gy­rik ist ein altes, ganz­heit­li­ches Ver­fah­ren der alche­mis­ti­schen Heil­mit­tel­her­stel­lung. Para­cel­sus (1493–1541) präg­te den Begriff ‚ars spa­gy­ri­ca‘ (spa­gy­ri­sche Kunst) und pro­kla­mier­te eine aus­ge­feil­te heil­kund­li­che Dis­zi­plin, die wir heu­te als ganz­heit­lich bezeich­nen.

Der Mensch wird eben­so wie die Pflan­ze als Teil eines rie­si­gen kos­mi­schen Netz­wer­kes gese­hen und ist Trä­ger von Kör­per, See­le und Geist. Dem ent­spre­chend ist auch die Her­stel­lung der Pflan­zen­me­di­zin gestal­tet. Die Gewin­nung der spa­gy­ri­schen Essenz, die aus den Kör­per-, See­len- und Geist­prin­zi­pi­en der jewei­li­gen Pflan­ze besteht, erfolgt in Form ver­schie­de­ner Pro­zes­se: Ver­gä­rung, Destil­la­ti­on, Ver­aschung, Chy­mi­sche Hoch­zeit.

Stoff­lich gese­hen han­delt es sich um ein Mit­tel, das pflan­zen­ei­ge­nen Alko­hol, cha­rak­te­ris­ti­sche Inhalts­stof­fe und äthe­ri­sche Öle sowie pflan­zen­ei­ge­ne Mine­ral­stof­fe & Spu­ren­ele­men­te ent­hält. Alche­mis­tisch gese­hen han­delt es sich um ein Arka­num, um ein Mit­tel, das mehr ist als die Sum­me sei­ner Tei­le.

Alex­an­der von Ber­nus, einer der größ­ten Alche­mis­ten des letz­ten Jahr­hun­derts schreibt: Die­se Heil­mit­tel wir­ken über den unsicht­ba­ren „Flu­i­dal­kör­per“ oder „Äther­leib“ des Men­schen und sind damit in der Lage, „ohne den Orga­nis­mus mit Gift­stof­fen zu bela­den und ihn nach­träg­lich zu schä­di­gen, die Heil­kräf­te selbst der­art auf­zu­ru­fen, daß er sich (…) reor­ga­ni­siert.“ (von Ber­nus, Alc­hy­mie und Heil­kunst, Stutt­gart, 1936)

Heu­te gibt es etwa 10–15 Arz­nei­mit­tel­fir­men im deutsch­spra­chi­gen Raum, die Spa­gy­ri­ka her­stel­len. Sie tun dies in unter­schied­li­cher Berück­sich­ti­gung der alche­mis­ti­schen Hin­ter­grün­de. Wir wid­men uns in den Semi­na­ren die­ses Aus­bil­dungs­zy­klus, in denen es um Spa­gy­rik geht, vor­wie­gend der Spa­gy­rik nach Alex­an­der von Ber­nus, nach Carl Fried­rich Zim­pel und der Pflan­zen-Alche­mie nach Man­fred Juni­us — immer vor dem Hin­ter­grund der alche­mis­ti­schen Leh­re und Phi­lo­so­phie.

Ver­an­stal­tungs­ort: 66629 Frei­sen-Grü­gel­born

 

 

Der Urhe­ber der gespie­gel­ten Fotos ist Oli­ver Arnold. Er hat sie wäh­rend Alche­mie-Semi­na­ren 2014 im Man­da­la-Gar­ten gemacht.